Koriander
(Coriandum sativum)
Beschreibung
Die einjährige Korianderpflanze wird 30 bis 80 cm hoch, hat gefiederte Blätter, einen gestreiften Stängel und weiße oder rosarote Blütendolden. Die Pflanze gehört zur Familie der Petersilie. Die relativ großen, kugeligen Samen ähneln ein wenig (braungelben) Pfefferkörnern und haben ein bittersüßes Aroma, das etwas an Orangenschale erinnert. Die Blätter haben einen starken Geschmack, der oft als eine Mischung aus Salbei, Petersilie und Zitrone beschrieben wird. Die Pflanze gedeiht am besten in einem sonnigen Klima. In der Küche verwendet man sowohl die Blätter als auch die Samen. Aus den reifen Samen werden auch ätherische Öle gewonnen.
Herkunft
Die wichtigsten Anbaugebiete findet man ursprünglich rund ums Mittelmeer, wobei die Ernte aus Marokko alles übertrifft. Weitere Anbaugebiete sind Indien, Iran, der Nahe Osten, Russland, Kanada, die Vereinigten Staaten sowie Zentral- und Südamerika.
Verschiedene Schriften belegen die kulinarische und medizinische Verwendung von Koriander schon vor mehr als 3000 Jahren. Die älteste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1550 vor Christus: die Beschreibung der Pflanze in den hängenden Gärten von Babylon. Hippokrates, der berühmte griechische Heilkundige, verwendete Koriander als Medizin. Die Römer sorgten ihrerseits für die Verbreitung über das restliche Europa. Und das nicht unwesentlich, da sie Koriander in ihren Liebestränken verarbeiteten. Schlussendlich wurde Koriander als eines der ersten Kräuter schon vor 1670 von Siedlern in Massachusetts in den USA angebaut.
Schon gewusst?
In der indonesischen Küche wird Koriander „Ketumbar“ genannt. Außerdem wird er manchmal als chinesische oder japanische Petersilie bezeichnet.
Das ätherische Öl, das aus den Koriandersamen gewonnen wird, fördert die Verdauung, wirkt schmerzstillend und ist ein Mittel gegen Blähungen, Durchfall und Völlegefühl. Das Öl wird sowohl in Medikamenten gegen Verdauungsstörungen oder Migräne verwendet als auch in Parfüms. Des Weiteren wird das Öl häufig zur Geschmacksverstärkung bei Schokolade, Likör und anderen Getränken eingesetzt.
Salbe aus Korianderblättern kommt zur äußerlichen Anwendung bei Hämorrhoiden und schmerzenden Gelenken.
Koriander regt den Appetit an und entspannt die Eingeweide.
Indischer Koriander ist im Allgemeinen süßer als der marokkanische.
Der Name der Pflanze geht auf das griechische „koriannon“ zurück, wird jedoch auch häufig mit dem griechischen Wort „koris“ (Wanze) in Verbindung gebracht, wahrscheinlich wegen des unangenehmen Geruchs, den die junge Pflanze absondert.
Qualität
Das Korianderblatt muss eine schöne grüne Färbung besitzen. Der Geschmack und das Aroma der getrockneten Blätter kommen erst zur Geltung, wenn sie zu einer warmen Mahlzeit hinzugegeben werden.
Die Koriandersamen werden geerntet, wenn sie vollständig reif sind. Ihr Geruch ist dann mit dem süßer Zitrusfrüchte vergleichbar.
Verwendungsmöglichkeiten
Koriander wird sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten verwendet. Bei der Herstellung von Curry spielt das Kraut eine wichtige Rolle. Im Nahen Osten und in Asien werden die Blätter in herzhaften Gerichten wie Hackfleischauflauf, Soßen und Schmortöpfen verwendet. In Lateinamerika wird er vor allem bei Suppen und Fischgerichten eingesetzt. Die Franzosen verwenden ihn z.B. in ihrem „Griechischen Salat“. Die Samen verwendet man vor allem beim Einmachen von Gemüse, der Zubereitung von Fisch und dem Backen von Brot und Kuchen. Die gemahlenen Samen können zu Würstchen, Currys, Kartoffelsalat, Bohnen, Erbsen und gebratenem Fleisch gegeben werden.
