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Kümmel
(Carum carvi)

Beschreibung

Diese zweijährige, doldenblütige Pflanze entwickelt im ersten Jahr nur eine Blattrosette. Im zweiten Jahr bildet sich dann der glatte, bis 1,20 hohe Stängel mit einer Dolde aus weißen Blüten und dunkelbraunen, geriffelten Samen. Die Samen haben einen bitter-süßen Geschmack, der an Anis erinnert, jedoch einen scharfen Beigeschmack hat. Kümmel gehört zur Familie der Petersilie. Die Samen werden sowohl ganz als auch gemahlen verkauft und oft mit Kreuzkümmel verwechselt.

Herkunft

zKümmel stammt aus Asien und Europa, wobei die Niederlande der größte Produzent sind. In den Niederlanden war der Einsatz von Kümmel viel früher bekannt als in anderen Gebieten.
In England benutzt man Kümmel seit dem 14. Jahrhundert für die Zubereitung von Kuchen und Brot. Aus dem 17. Jahrhundert ist ein Rezept von John Parkinson erhalten, in dem mit Zucker überzogener Kümmel zusammen mit Obst serviert als Digestif vorgeschlagen wird.

Schon gewusst?

Früher wurde Kümmel als Mittel gegen Hexerei geschätzt, da man glaubte, dass etwas was Kümmel enthielt nicht gestohlen werden konnte. So fütterte man Tauben mit Kümmel, um sicherzustellen, dass sie zurück kommen würden. Außerdem steckten Frauen Kümmel in die Hosentasche ihres Mannes, um zu verhindern, dass sein Herz von einer anderen Frau gestohlen wurde.

Eine medizinische Wirkung wird dem Kümmel schon seit dem ersten Jahrhundert zugeschrieben. So verschrieben ihn griechische Ärzte an sehr blasse Mädchen; heute wird das Kauen auf den Samen bei Verdauungsbeschwerden, Bauchkrämpfen und Menstruationsschmerzen empfohlen.

Qualität

Kümmel von guter Qualität hat eine braune Färbung, einen länglichen, halbmondförmigen Bogen und ist geriffelt. Kümmel ist an einem kühlen, dunklen Ort ungefähr 6 Monate haltbar.

Verwendungsmöglichkeiten

Roggenbrot verdankt seinen speziellen Geschmack der Beimengung von Kümmel. Außer in Roggenbrot kann Kümmel gut bei Käse, Fleisch, Kuchen und Likör eingesetzt werden. Im Mittelmeerraum wird Kümmel bei Kohlgerichten zusammen mit gebratenen Äpfeln verwendet. In Australien gebraucht man ihn in Eintopfgerichten. Das Öl aus den Samen wird für Parfüm, Seife, Mundwasser und Likör verwendet.