Piment
(Pimenta officinalis)
Beschreibung
Piment sind die Beeren des Pimentbaums. Dieser Baum besitzt dunkelgrüne, glänzende Blätter, blüht im Sommer mit kleinen weißen Blüten und kann bis zu 15 Meter hoch werden. Nach 6 bis 7 Jahren (bis zum Alter von ca. 100 Jahren) produziert der Baum Beeren. Die grünen Beeren werden unreif gepflückt (sie verlieren während der Reife ihr Aroma) und in der Sonne getrocknet, bis sie eine rotbraune Färbung angenommen haben. Heutzutage werden die Beeren manchmal auch künstlich (5 bis 10 Tage) getrocknet, aber noch immer von Hand geerntet. Der Geschmack erinnert an Zimt, Muskatnuss und Gewürznelke.
Piment hat einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen (Eugenol).
Herkunft
Piment stammt aus der Karibik und Zentralamerika. Jamaika und Mexiko sind bekannt für den besten Piment mit dem höchsten prozentualen Anteil an ätherischen Ölen. Kolumbus brachte Piment zu Beginn des 16. Jahrhunderts nach Europa. Doch erst nach der Eroberung Jamaikas durch die Engländer im Jahre 1655 entstand ein lebhafter Export von Piment nach Europa. In dieser Zeit entstand der Name Piment als Bezeichnung für das Gewürz. Er ist eine Verballhornung des spanischen „Piementa“ (Pfeffer), da Kolumbus das Gewürz erst für Pfeffer hielt. Im Mittelalter wurden übrigens fast alle Gewürze Piment genannt. Piment wurde ursprünglich von den amerikanischen Indianern zum Einmachen von Fleisch und Fisch verwendet. Die Azteken verwendeten Piment als Geschmacksstoff für Schokolade.
Schon gewusst?
Pimentöl wird häufig in würzigen Aftershaves eingesetzt. Des Weiteren kann es bei Eingeweidebeschwerden Erleichterung verschaffen, es fördert die Verdauung, hilft gegen Blähungen und hat eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem.
Gemahlener Piment ist ein herrlicher Badezusatz. Außer einem angenehmen Geruch hat er auch eine desinfizierende Wirkung.
Viele Potpourries enhalten Piment.
Qualität
Piment kauft man am besten ganz und mahlt ihn erst bevor man ihn verwendet. Die Beeren sind rotbraun und haben die Form einer kleinen Erbse. Der meiste Geschmack sitzt in der äußersten Schale.
Verwendungsmöglichkeiten
Piment verleiht unter anderem Eintopfgerichten ein reichhaltiges, geschmackvolles Aroma. Sowohl ganzer als auch gemahlener Piment kann gut mit anderen Gewürzen gemischt werden. Er wird sowohl in herzhaften als auch in süßen Gerichten verwendet und darf beim Einmachen von Gemüse, Obst oder Fleisch auf keinen Fall fehlen. Auch warme, würzige Getränke wie z.B. Glühwein sind ohne Piment nicht denkbar.
Die Nahrungsmittelindustrie verarbeitet Piment z.B. in Ketchup, süßsauren Produkten, Soßen und Dosenfleisch. In Deutschland wird er zur Zubereitung von Sauerkraut, Schinken, Schweinefleisch und Wurst verwendet. Er fügt außerdem Kuchen, Puddings, Schinken und Obstkuchen eine subtile, warme Geschmacksrichtung hinzu. In Jamaika wird er häufig in Suppen, Eintöpfen und Currygerichten eingesetzt. Sogar bei Gerichten mit Schalentieren kommt er gut zur Geltung. So verwundert es auch nicht, dass dieses Gewürz im Englischen „allspice“, Gewürz für alles, genannt wird. Außerdem werden die Blätter des Pimentbaumes für die Rumherstellung verwendet, und aus den Blüten kann ein Tee aufgegossen werden.
