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Vanille
(Vanilla planifolia)

Beschreibung

Das einzige Gewürz, das aus der Orchideenfamilie stammt, ist die Vanille. Aus den großen gelben Blüten, die nur einen Tag blühen, entstehen Schoten, die 15 bis 25 cm lang werden können. Die Schoten werden geerntet bevor sie vollständig ausgereift sind, um zu verhindern, dass die aufspringen. Nachdem die Schoten mit kochendem Wasser übergossen wurden, folgt der langwierige Fermentations- und Trocknungsprozess. Während dieses Vorgangs werden die Vanilleschoten schwarz-braun und bilden ihren charakteristischen Geschmack und Geruch aus.

Herkunft

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südamerika. Die wichtigsten Anbaugebiete sind:  Mauritius, Mexiko, Papua-Neuguinea, Indien, Äthiopien und Java. Vanille wird oft „Bourbon-Vanille“ genannt, da sie auch von der Insel Réunion stammt, einer früheren französischen Kolonie, die damals Bourbon hieß.

Die Azteken verwendeten die Vanille, um Schokolade ihren Geschmack zu verleihen.
Bis 1841 war es ein Rätsel, weshalb Vanille nur in Mexiko wuchs, und Mexiko hatte eine Monopolstellung. Erst als man entdeckte, dass eine kleine Biene und bestimmte Kolibriarten, die es nur in Mexiko gibt, für die Bestäubung der Blüte verantwortlich sind, wusste man weshalb das so war. Seitdem wird die Pflanze auch von Hand bestäubt und in mehreren Regionen der Erde angebaut.

Echte Vanille ist teuer. Mit aus diesem Grund wurde eine synthetische Variante entwickelt, die im Jahr 1874 zum ersten Mal verwendet wurde. Synthetische Vanille wird aus Gewürznelkenöl hergestellt. Heute wird in 80% der Produkte, die Vanille enthalten, die synthetische Variante verwendet. Auch der bekannte Vanillezucker enthält meistens keine echte Vanille, sondern das künstliche Produkt. Die synthetische Form hat ein schwereres Aroma und einen stärkeren Nachgeschmack als die echte Vanille. Echte Vanille schmeckt besser.

Schon gewusst?

Der Vanille wird eine appetitanregende und die Verdauung fördernde Wirkung zugeschrieben.
Außerdem wird ab und zu behauptet, dass Vanille das Gehirn stimuliert.

Die Europäer vermischten Tabak mit Vanille und rauchen diese Mischung bis heute, unter anderem als Pfeifentabak.

Heute wird aus Vanille die beliebteste Eissorte hergestellt. Auch die Kosmetikindustrie verwendet Vanille, zum Beispiel für Parfüm.

Qualität

Eine Vanilleschote muss etwas elastisch und dunkelbraun gefärbt sein. Am besten wird sie in einem luftdichten Gefäß mit Zucker oder in einer Vakuumverpackung aufbewahrt. Nachdem man eine Vanilleschote verwendet hat, kann man sie waschen und wieder verwenden, es sei denn, man hat das Mark herausgeholt. Wenn auf Vanilleschoten eine weiße Schicht zu sehen ist, bedeutet das nicht, dass sie geschimmelt sind, sondern dass die Vanille auskristallisiert ist.

Verwendungsmöglichkeiten

An sich hat Vanille wenig Eigengeschmack, sie hat jedoch die besondere Eigenschaft, den Geschmack von zuckerhaltigen Speisen zu verstärken. Die bekannsten Verwendungsmöglichkeiten sind in süßen Gerichten wie Kuchen, Pudding, Eis, Pfannkuchen und Custard. Vanille kann jedoch auch mit Austern und Muscheln verwendet werden. Einige Gemüse-, Fisch- und Fleischsorten und Kartoffeln eignen sich auch für eine Kombination mit Vanille.